Was passiert eigentlich mit den Giftstoffen? Die Fakten hinter unserem Celion®-Acetat
Wenn wir erzählen, dass aus alten Zigarettenkippen hochwertige Brillenfassungen entstehen, taucht bei vielen Optikern und Brillenliebhabern zu Recht schnell eine entscheidende Frage auf:
Was passiert eigentlich mit den hochgiftigen Rückständen, die beim Recycling herausgewaschen werden?
Eine Zigarette enthält über 7.000 Schadstoffe – darunter Nikotin, Teer, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH) und Schwermetalle wie Arsen oder Blei. Echter Umweltschutz funktioniert nur dann, wenn diese Gifte nicht einfach an anderer Stelle in die Umwelt oder ins Grundwasser gespült werden.
Hier sind die wissenschaftlichen Fakten zum geschlossenen Recyclingverfahren unseres Cleantech-Partners IMEKO aus Chile.
1. Kein Neu-Plastik, sondern reine Extraktion
Zigarettenfilter bestehen bereits zu ca. 75 % aus reinem Kunststoff – genauer gesagt aus Celluloseacetat. Die patentierte Technologie von IMEKO stellt kein neues Polymer her, sondern trennt das vorhandene Acetat schonend von den restlichen 25 % festen Schmutz- und Giftstoffen, ohne die Molekülstruktur des Werkstoffs zu beschädigen.
2. Ein geschlossener Kreislauf fast ohne Wasser
Während die Industrie für die Herstellung einer Tonne herkömmlichem Acetat (Virgin Acetat) rund 68 m³ Wasser verbraucht, benötigt IMEKO für eine Tonne Celion® lediglich etwa 0,75 m³.
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Das Kühlwasser wird zu 100 % im System zurückgeführt.
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Das in der Bleichphase genutzte Wasser wird vollständig zurückgewonnen und mehrfach wiederverwendet. Es entsteht kein kontaminiertes Abwasser, das ungeklärt in die Umwelt fließt.
3. Wohin gehen die Schadstoffe?
Die herausgelösten Giftstoffe (Nikotin, Teer, aromatische Verbindungen) werden isoliert und auf ein minimales Restvolumen konzentriert. Dieser Rückstand wird streng nach industriellen Umweltauflagen als industrieller Sondermüll erfasst.
In zertifizierten thermischen Hochtemperatur-Verwertungsanlagen werden diese Rückstände bei über 1.000 °C mit moderner Rauchgasreinigung verbrannt. Durch die extreme Hitze werden die organischen Schadstoffmoleküle vollständig aufgespalten und neutralisiert – die Gifte sind damit dauerhaft und sicher aus der Biosphäre entfernt.
Geprüfte Reinheit: Zertifizierungen und Analysen
Dass dieser Prozess funktioniert und der Werkstoff absolut unbedenklich ist, belegen offizielle Laborberichte und internationale Zertifikate:
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Unabhängige Laboranalysen (CESMEC / Bureau Veritas Gruppe):
Im Prüfbericht SQC-65093 wurde das Material auf Schadstoffe untersucht. Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen sowie 16 polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH) lagen unter den strengsten quantifizierbaren Nachweisgrenzen. -
EU-REACH-Konformität:
Celion® erfüllt vollständig die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) und enthält keinerlei besorgniserregende Stoffe (SVHC) über dem Grenzwert von 0,1 %. -
ISCC+ Zertifizierung:
Das Material verfügt über die internationale Zertifizierung für Nachhaltigkeit und Kohlenstoff (ISCC PLUS), die die vollständige Rückverfolgbarkeit und den zirkulären Ursprung entlang der Lieferkette bestätigt. -
Biokompatibilität:
Formuliert als Bioacetat mit biokompatiblen, pflanzlichen Weichmachern (phthalatfrei), garantiert es höchste Hautverträglichkeit für den täglichen Einsatz am Gesicht.
Ausgezeichnete Wissenschaft: Die Erfolge von IMEKO
Dass IMEKO keine Labortheorie verfolgt, sondern eine industriell bewährte Spitzenlösung geschaffen hat, zeigt auch die wachsende Liste an nationalen und internationalen Auszeichnungen:
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1. Platz beim Premio Territorio Circular:
Bei der 4. Ausgabe des chilenischen Kreislaufwirtschaftspreises gewann IMEKO den ersten Platz in der Kategorie „Konsolidierte Kreislauflösung – Kleinunternehmen“ für die erfolgreiche industrielle Transformation von Zigarettenmüll in Primärrohstoff-Ersatz. -
Protagonists of the Future 2025 & 100 Young Leaders:
Geschäftsführerin Valery Rodríguez wurde als eine der führenden Köpfe in Wissenschaft und Innovation (Ecosistema EIVA) sowie gemeinsam mit den Mitgründern von der renommierten Zeitung El Mercurio und der Universidad Adolfo Ibáñez unter die „100 Young Leaders“ Chiles gewählt. -
Internationale Förderung & B-Corp:
Neben der Zertifizierung als B-Corporation für gelebte soziale und ökologische Verantwortung sicherte sich IMEKO ein strategisches Projekt mit dem IDB Lab (Innovationslabor der Interamerikanischen Entwicklungsbank) über 500.000 US-Dollar, um die Skalierung der Technologie voranzutreiben.
Unser Fazit in Kinsau
Jede Tonne Celion® entfernt bis zu 3,4 Millionen Zigarettenfilter aus der Natur, schützt wertvolle Wasserreserven und spart im Vergleich zu herkömmlichem Acetat 36 % an CO₂-Emissionen ein.
Als unabhängige Manufaktur beziehen wir dieses gereinigte, zertifizierte Granulat und verarbeiten es in Kinsau von Hand zu unseren eigenen Acetatplatten und Brillenfassungen.
Für uns bedeutet echte Zirkularität: Transparenz bis ins kleinste Detail, Partnerschaft auf Augenhöhe und kompromissloses bayerisches Handwerk.
Hier ist der Link zu
Celion® Material-Dossier: Fact Sheet, Laboranalysen & Zertifikate (PDF)
Link to IMEKO

